Die Lausitz räumt beim PSC ab

PSC-Zweite kann in dieser Saison keine Punkte gegen den Uhyster BSV holen

Nach der krassen Außenseiterrolle im Auswärtsspiel beim Billard Team Vogtland sahen die Chancen für unsere Mannschaft gegen die Truppe aus der Lausitz doch bedeutend besser aus. Im Hinspiel gab es dort eine knappe, eher unerwartete Niederlage. Das sollte zu Hause korrigiert werden, aber die Jungs um Daniel Hoff und Martin Sturm schlugen uns erneut ein Schnippchen und entführten nicht unverdient drei Punkte aus Elbflorenz.

Die Berichte zu den einzelnen Partien:

Tobias Jäkel – Martin Sturm 55:80
Auch wenn unser Tobias Jäkel diese Partie verloren hat, kann er durchaus zufrieden mit seiner Leistung sein. Seine Technik ist immer stabiler geworden und wenn er sie am Tisch ausspielen kann, ist sie geradezu exzellent. Die Auseinandersetzung hier hatte durchaus Qualität, was bei unserem Kapitän diesmal aber irgendwie nicht klappen wollte, waren die Splits. Das befreiende Öffnen der Pulks misslang immer wieder. Er versuchte dann im Break zu bleiben, mit zu viel Risiko. Und damit hinterließ er seinem Gegner mehrfach ein offenes Bild. Martin Sturm ist ein erfahrener Spieler und wenn er gut drauf ist, ein Siegertyp in der Verbandsliga. Er nutzte routiniert seine Chancen mit mehreren mittleren Breaks. Und er hinterließ Tobias manchmal bewusst, manchmal zufällig, regelmäßig einen schwierigen Tisch. Unser Mann musste so um jeden Ball kämpfen, richtige Breaks gelangen nicht mehr und so konnte er auch keinen Druck auf seinen Gegner entwickeln. Ein verdienter Sieg für den Uhyster war das Ergebnis.

Peter Frey – Daniel Hoff 80:68
Daniel Hoff, nach wie vor der mit Abstand stärkste Akteur der Uhyster, war gegen unseren Peter Frey klar favorisiert. Zumal Peter in seinen 14+1-Matches dieser Saison wenig erfolgreich und oft ausgesprochen unglücklich agierte. Ein kleiner Lichtblick war Peters 14+1 am Vortag in der Oberliga, da sah sein Spiel trotz Niederlage über weite Strecken ausgesprochen gut aus. Trotzdem, die Konstellation war für diese Partie völlig klar. Und nach dem Austausch von Sicherheiten und einigen wenigen Punkten, die Peter zusammenkratzen konnte, misslang ihm ein langer schwerer Ball und Daniel Hoff nutzte seine allererste Chance gleich mal zu einem 18er Break. Die Dinge schienen also ihren erwarteten Lauf zu nehmen. Doch wenig später bekam auch Peter seinen Einstieg und er konterte mit einer 20! Nach zehn Aufnahmen hatte er die Hälfte der Miete drin und Daniel Hoff wurde zunehmend nervös, wollte aber andererseits mit der Brechstange wieder das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Die Bilder wurden wieder mal räudig, aber Peter sammelte immer wieder mit kleinen Breaks Punkte und hatte nach 68 Bällen 32 Punkte Vorsprung. Dann aber zeigte der Uhyster nochmal seine ganze Klasse, er überließ Peter nur noch Halbchancen, sodass der mit Riesenbällen – also hohem Aufwand – um jedes Pünktchen kämpfen musste. Schließlich ließ Daniel noch eine 19er Aufnahme folgen, um aber bei einem riskanten Break zu scheitern. Der offene Tisch war DIE Chance, auf die Peter eine ganze Weile warten musste und er holte sich die restlichen Punkte. Fertig war er, der überraschende Erfolg über den Favoriten, starke Leistung Peter!

Toni Kreibich – Uwe Schillack 80:72
Favorit dieser Begegnung war unser Toni Kreibich. Vor allem seine technischen Vorzüge und seine Qualitäten im Breakbuilding waren ein klarer Trumpf gegen den Uhyster „Oldie“ Uwe Schillack. Zwar gewann Toni letztendlich die Partie, aber seine Stärken konnte er nur begrenzt ausspielen. Insgesamt kann man sogar sagen, dass es ein rechter Krampf war. 55 Aufnahmen dokumentieren das ziemlich deutlich. Toni kam nie richtig in die Breaks und war am Ende der Partie, trotz des verdienten Sieges, ziemlich genervt. Es war nicht zu übersehen, dass er sich von der Enttäuschung ob des Spielverlaufs schon hier ziemlich heruntergezogen fühlte.

Dirk Rost – Florian Rericha 3:7 (10-Ball)
Jede Aufgabe für unseren Dirk Rost ist in der Verbandsliga ein richtiger Brocken. Für ihn muss es wichtig sein, sich mit den ungewohnt starken Gegnern zu messen und so Stück für Stück seine Wettkampfhärte zu verbessern. Denn spieltechnisch hat Dirk wirklich einen großen Schritt getan. Auch wenn das noch nicht durchgehend umsetzbar für ihn ist, für den Betrachter ist es unübersehbar. Gegen Florian Rericha kam unser Akteur gut in die Partie und konnte spielerisch durchaus mithalten. Sein Problem hier war das Stellungsspiel. Zwar bemühte er sich, kontrolliert auszusteigen, aber sein Gegner lochte sehr gut, über die Bande teilweise eindrucksvoll. Außerdem wirkte der Uhyster ungemein stabil und holte sich so einen ungefährdeten Sieg.

Tobias Jäkel – Florian Rericha 6:0
Eine ungemein starke Leistung zeigte unser Käptn gegen einen Florian Rericha, der im Spiel zuvor noch sein unbestreitbar vorhandenes Können zeigen konnte. Selten spielte Tobias so zwingend, lochsicher, nervenstark. Seine immer bessere Technik gibt ihm zunehmend die Mittel, genau solche Spiele abzuliefern. Einziger Wermutstropfen aus Sicht Tobis: Es gelang ihm kein Ausspiel. Florian blieb über die gesamte Distanz außen vor. Auch weil Tobi „nebenbei“ noch ein vorzügliches Safety-Spiel ablieferte. Und so war der Sieg auch in der Höhe verdient!

Dirk Rost – Daniel Hoff 1:6
Der Uhyster ist einer der besten 8-Ball-Spieler dieser Liga, seine Bilanz in dieser Disziplin ist bisher makellos. Entsprechend anspruchsvoll stellte sich die Aufgabe für unseren Dirk, mehr als eine krasse Außenseiterrolle gab es für ihn nicht. Das Geschehen dieser Partie wurde so auch eindeutig und klar von Daniel Hoff dominiert. Flüssiges Loch- und Stellungsspiel, taktischer Druck auf den Gegner, das waren seine Mittel, die Dirk nie ins Spiel kommen ließen und im Verlauf wurde der auch immer unsicherer. So sah man Fehler bei unserem Spieler, die ausgemerzt schienen. Diesen Kontrahenten aber war er einfach nicht gewachsen.

Peter Frey – Martin Sturm 6:2
Nach seinem erfolgreichen, aber auch langen und kräftezehrenden 14+1 hatte unser Mannschaftsältester zu Beginn doch einige Mühe, um ins Spiel zu kommen. Ihm unterliefen mehrere leichte Fehler, die ihm verdientermaßen zwei Frames kosteten. Martin Sturm zeigte vor allem anfangs mit seinem technisch sehenswerten Stoß ein gutes Spiel. Sein Manko in dieser Phase war allerdings die schlechte Nutzung gebotener Chancen. So gelang es ihm nicht, sich in Peters schwächerer Anfangsphase von Diesem abzusetzen. Und Peter, der in dieser Saison im 8-Ball bärenstark auftritt, steigerte sich ab dem 2:2 Zwischenstand erheblich, übernahm immer mehr das Zepter, spielte vor allem taktisch exzellent. So wurde die Angelegenheit Frame für Frame einseitiger und Martin verlor immer mehr den Zugriff auf das Spiel. Der schwächere Beginn wurde Peter also nicht zum Verhängnis, am Ende holte er sich den Partiegewinn in souveräner Manier.

Toni Kreibich – Uwe Schillack 6:7 (10 Ball)
Unzufrieden mit seiner eigenen Leistung und dem Verlauf der Vorpartie gegen eben den gleichen Kontrahenten war Toni psychisch in keiner guten Verfassung. Schwirrten ihm zudem Gedanken aus der Hinrunde im Kopf herum? Die Uhyster Mannschaft hatte ihm schon im Herbst böse eingeschenkt. Er bot damals einen seiner ganz wenigen schwachen Auftritte. Anfangs wirkte sein Spiel noch recht gut, aber eine 6:4-Zwischenführung genügte nicht zum Sieg gegen den gewohnt unorthodox aufspielenden Uwe Schillack.

Dirk Rost – Uwe Schillack 8:3
Ein weiteres der wirklich positiven Ereignisse dieses Spieltages war der erste Sieg Dirk Rosts in der Verbandsliga! Auf einen solches Erfolgserlebnis hat Dirk lange und hart hinarbeiten müssen. Umso mehr kann er und die Mannschaft darüber freuen. Uwe Schillack meinte hinterher, dass das Glück unserem Dirk zugetan war. Das mag stimmen, kann man aber allein so keinesfalls gelten lassen. Erstens trug der Uhyster aktiv dazu bei, in dem er viele Fehler produzierte (im letzten Frame z.B. lochte er die Weiße mit der Neun). Und zweitens holte sich Dirk den Sieg vor allem deshalb, weil er spielerisch Akzente setzen konnte. Seine gefestigte Technik erlaubte ihm das Nutzen langer Einsteiger. Sein Sicherheitsspiel ist schon eine ganze Weile beachtlich und seine mentale Stärke ist deutlich höher als noch vor einem Jahr. Nach dem 3:3-Zwischenstand war genau dieser Wille zum Sieg Dirk ganz deutlich anzumerken und danach holte Uwe auch keinen Frame mehr. Herzlichen Glückwunsch Dirk!

Toni Kreibich – Florian Rericha 2:8
Florian Rericha war in seiner Vorpartie schmerzhaft mit einer Nullnummer abgewatscht wurden. Daher darf man ihm als erstes ein Kompliment machen für seine Willensqualitäten und der damit verbundenen „Auferstehung“ in dieser Partie. Unglücklicherweise für unsere Mannschaft half Toni aber auch kräftig mit. Vor allem seine mentale Verfassung war verantwortlich für die Pleite. Als Instinktspieler wie er einer ist, war er auch nicht in der Lage, während der Partie aus dem psychologischen und spielerischen Tief herauszukommen, schade.

Tobias Jäkel – Martin Sturm 7:8
Zweierlei zeigte sich hier. Nämlich wie stark ein Martin Sturm auftreten kann und wie deutlich positiv sich das Spiel unseres Tobias entwickelt hat. Das ergab eine richtig gute, rassige Partie, die bis zum Ende ungemein spannend blieb. Martin Sturm konnte dazu lange Zeit ein Bündnis mit dem Glück eingehen, dreimal bekam er eine Kombi auf die Neun serviert, die er dann routiniert versenkte. Aber auch ein 4:7-Zwischenstand ließ Tobi nicht hadern, vielmehr kämpfte er sich mit attraktiven, schwierigen Bällen wieder heran und erzwang so den Decider. Hier wurde ihm sein Offensivgeist zum Verhängnis als er eine ganz schwere Final-Neun anging und scheiterte. Auch wenn der Erfolg letztlich ausblieb, das war eine weitere starke Leistung unseres Mannschaftskapitäns!

Peter Frey – Daniel Hoff 4:7 (10-Ball)
Daniel Hoff lechzte verständlicherweise auf Revanche für seine Erstrundenniederlage gegen Peter. Die sollte gelingen, denn unübersehbar war, dass Peter zunehmend auf dem Zahnfleisch kroch. Das schwere Auswärtsspiel in Leipzig (am Vortag in der Oberliga) und die Partien hier forderten ihren Tribut und ihm gelang es nicht mehr, dauerhaft konzentriert zu bleiben. Auch Daniel gelang am Anfang nicht besonders viel, aber Peter konnte einfach kein Kapital daraus schlagen. Immer wieder spielte er schön Tische runter, aber sage und schreibe vier mal scheiterte er an einer Zehn, die für ihn eigentlich sicher lochbar ist. Seine Technik wackelte nun auch bedenklich. So baut man einen Gegner auf und Daniel war es recht. Am Ende zeigte er teilweise vorzügliches Billard. Seine Spieltechnik dabei war einfach sehenswert und der Partiegewinn hier ohne Zweifel verdient.

Fazit:
Diese – wenn auch knappe – Niederlage gegen die Lausitzer war doch etwas überraschend. Aber man muss anerkennen, dass die Gäste hier eine wirklich gute Leistung zeigten und so vollkommen verdient als Sieger nach Hause fuhren. Und Toni, der in den letzten Spielen so stark auftrat, schwächelte heute leider und seine Siege fehlten uns. Er sollte sein Spielvermögen jetzt aber nicht zu sehr in Zweifel ziehen, schließlich hat er in dieser Saison schon eine ganze Reihe herausragender Partien gezeigt! Für Dirk ist die Verbandsliga natürlich eine besonders hohe Hürde, aber immerhin gelang ihm heute sein erster Sieg. Fünf der sechs Partien gegen die beiden Stärksten des BSV absolvierten Tobi und Peter, trotz guter Leistung war daher deren Erfolgsbilanz nicht optimal. Aber: die sieggewohnten Daniel und Martin mussten jeweils eine Niederlage hinnehmen. Am Ende waren die trotzdem mit vier Partiegewinnen der Garant für den Uhyster Erfolg.
Für unsere Mannschaft ist nichts Schlimmes passiert. Der Klassenerhalt ist schon lange im Kasten und von einer enttäuschenden Mannschaftsleistung kann keinesfalls die Rede sein. Ende Mai gibt es die nächste reizvolle wie machbare(!) Aufgabe, wenn der WBV Zwickau in Dresden aufkreuzt. Bis dahin: Schön weiter trainieren und Gut Stoß!

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