PSC-Zweite gegen Spitzenreiter auf verlorenem Posten

Das doch mehr oder weniger Erwartete ist eingetreten. Gegen den Spitzenreiter aus dem Vogtland war auch für unsere PSC-Zweite kein Kraut gewachsen. Trotz guter Leistung musste sie sich dem erneut Klasse spielenden BTV deutlich geschlagen geben. Dass eine so klare Niederlage trotzdem herb empfunden wird, kann aber auch nicht überraschen. Doch die ungewohnten, schwierigen Bedingungen dieser Auswärtspartie waren eine zusätzliche Herausforderung und auch einer der Gründe, warum das Ergebnis für unsere Mannschaft nicht freundlicher gestaltet werden konnte.

Unsere Zweite musste lange warten, bis der Gastgeber Einlass gewährte. Das gab Zeit für eine Stippvisite in der Umgebung. Und so nahm Tobi - logischerweise nicht im Bild - auch mal Toni, Hannes und Dirk (v.l.n.r.) aufs Korn

Unsere Zweite musste lange warten, bis der Gastgeber Einlass gewährte. Das gab Zeit für eine Stippvisite in der Umgebung. Und so nahm Tobi – logischerweise nicht im Bild – auch mal Toni, Hannes und Dirk (v.l.n.r.) aufs Korn

Stefan Bialas – Toni Kreibich 80:67
Es war ein Spiel, das nicht so recht in Fahrt kam. Ein ums andere Mal scheiterten die beiden Akteure an den äußerst diffizilen Tascheneinläufen. Aber auch die Gummiummantelung der Taschen selbst war absolut kritisch, mehr als einmal beförderten diese die sauber aber mit Wirkung gelochten Bälle postwendend wieder nach draußen! Auch wenn unser Toni fast die gesamte Spieldauer über einem Rückstand hinterherlaufen musste, so blieb er doch immer in Tuchfühlung zum Vogtländer. Und beim Stand von 60:60 keimte sogar Hoffnung auf den Partiegewinn, aber die Taschen ließen die Hoffnung zerplatzen. Bessere Trainingstische für präzises weiches Spiel sind schwer vorstellbar, hier im Ligaspiel wurden sie zum Albtraum. Trotzdem war das eine gute Leistung Tonis gegen den echt starken Stefan Bialas.

Sascha Kretzschmar – Hannes Hermsdorf 80:42
Leider gibt es hierzu keinen Spielbericht.

Monty Knospe – Tobias Jäkel 68:80
Man kennt sich inzwischen und ruhig und gediegen, sprich wenig spektakulär nahmen die Beiden das Spiel auf. Größere Aufnahmen entstanden nicht. Unser Tobias blieb ruhig und konzentriert – und das ist neu für ihn – agierte mit einem langsameren Spielrhythmus als in der Vergangenheit. Monty Knospe ist nach eigenen Worten derzeit bei der Umstellung seines Spiels. Keine Frage, dass das offensichtlich zumindest anfangs auf Kosten der Sicherheit ging und so verschoss der Vogtländer überraschend einige Bälle und wirkte technisch etwas wacklig. Tobias dagegen spielte äußerst stabil, punktete konstant und der Vorspruch auf Monty wurde immer größer. Auch als der BTV-Spieler mal etwas besser punktete (aber ein höchste Aufnahme von acht(!) ist für den natürlich völlig indiskutabel), hielt Tobias dagegen und hielt diesen auf Abstand. Tobias belohnte sein immer besser werdendes Matchplay im 14+1 mit dem Erfolg über einen namhaften Kontrahenten, der hier aber nicht sein wahres Leistungsvermögen zeigte. Super Tobias!

Enrico Böttcher – Dirk Rost 7:3 (10-Ball)
In Auerbach kann nur an drei Tischen gespielt werden. Damit fing Dirks Partie erst über eine Stunde später an – und er hatte kaum Zeit sich warm zu spielen. Enrico Böttcher begann unwiderstehlich, hoch konzentriert und effizient sodass unser Spieler Mühe hatte – auf seinen Stuhl verbannt – die Konzentration hoch zu halten. So kam er leider erst ins Match, als dieses schon fast entschieden war, nämlich beim Stand von 0:5. Dirk nutzte den etwas nachlassenden Druck seines Gegners, um immerhin noch drei Frames zu holen. Mehr als ein achtbares Ergebnis aber war nicht drin, der Sieg für den Vogtländer auch in dieser Höhe absolut verdient.

Enrico Böttcher – Dirk Rost 6:3
Das 1:3 nach der ersten Runde war für unsere Mannschaft kein Beinbruch und erhielt immerhin noch gewisse Chancen auf einen Punktgewinn, nach der zweiten Runde war es dann aber vorbei mit diesen Hoffnungen.
Dirk Rost musste zum zweiten mal gegen Enrico Böttcher ran. Zu glauben, dass der Vogtländer aufgrund seiner Körperfülle kein Klassebillard spielen kann, kann man schnell vergessen. Ebenso schnell verflogen die Hoffnungen für Dirk, dass Enrico gewisse konditionelle Probleme bekommen könnte. Wenn auch nicht mehr ganz so zwingend wie in seiner ersten Partie, zwang er doch unserem Dirk sein Spiel auf. Trotzdem kam unser Mann diesmal besser ins Spiel und konnte auch gut die seltenen Fehler seines Gegenüber ausnutzen und das brachte Dirk auch die faire Anerkennung seines Gegners ein. Dirk zeigte also eine gute Leistung, wirkte auch mental sehr stabil. Aber der Sieg für den BTV-Akteur war ohne Zweifel erneut verdient.

Stefan Bialas – Hannes Hermsdorf 6:0
Leider gibt es hierzu keinen Spielbericht.

Monty Knospe – Tobias Jäkel 6:2
Fast immer geht unser Mannschaftskapitän nach einem Erfolg im Erstrundenspiel mit einer gewissen Unkonzentriertheit in die Folgepartie. Bedauerlicherweise war das auch an diesem Tag so und das ermöglichte Monty die umgehende Revanche für die zuvor erlittene Schlappe. Ergebnismäßig blieb es bis zum 2:2 ausgeglichen. Dann aber griff die Klasse Monty´s – insbesondere beim Breakbuilding und bei der Lösung komplizierter Bilder – mehr und mehr. Dazu wirkte er nun wieder sehr sicher beim Lochen. Und so hätte es schon einer Klasseleistung unseres Tobis bedürft, um hier etwas zu holen. Klarer verdienter Erfolg für Monty!

Sascha Kretzschmar – Toni Kreibich 7:2 (10 Ball)
Die Analyse zu dieser Partie kann kurz ausfallen. Tonis Motivation war ob der Widrigkeiten doch erheblich gesunken. Er glaubte nicht mehr an einen Gesamterfolg und daran, sich noch an diese Taschen gewöhnen zu können. So hatte er gegen den solide stark spielenden Sascha Kretzschmar faktisch keine Chance und verlor folgerichtig klar.

Synchronität der Ereignisse - Toni und Dirk in Aktion. Nicht zu übersehen sind die schwierigen Lichtverhältnisse und der glatte Fußboden.

Synchronität der Ereignisse – Toni und Dirk in Aktion. Nicht zu übersehen sind die schwierigen Lichtverhältnisse und der glatte Fußboden.

Sascha Kretzschmar – Dirk Rost 8:2
Während unser Dirk in den beiden vorherigen Partien in bestimmten Phasen immerhin die Möglichkeiten bekam, phasenweise mitzuspielen und somit sein gewachsenes Leistungsvermögen zu zeigen, stand er gegen Sascha Kretzschmar auf verlorenem Posten. Der spielte dermaßen druckvoll, dass Dirk mit seiner nun auch nachlassenden Konzentration im Prinzip keine wirkliche Möglichkeit bekam, mal in das Spiel einzugreifen. Das war einfach eine andere Klasse und gegen einen solchen Gegner hat Dirk sicher bisher selten gespielt.Mit dem 2:8 war unser Akteur noch gut bedient, grämen musste er sich aber angesichts der Kräfteverhältnisse mitnichten.

Monty Knospe – Toni Kreibich 8:5
Gegen Monty Knospe konnte Toni noch nie gewinnen, dabei sollte es auch nach dieser Partie bleiben. Unser Akteur erwischte den besseren Start, schoss auch einen Frame aus und ging mit 4:2 in Führung. Aber immer wieder gab es Bälle, die einfach nicht fallen wollten und das kann man sich gegen Monty einfach nicht leisten. Der Vogtländer wurde stärker und stärker, gewann sechs Frames hintereinander (!) und gewann so noch klar.

Enrico Böttcher – Tobias Jäkel 8:4
Nach einer langen Wartezeit (die Sache mit den drei Tischen) gings auch für unseren Kapitän in die dritte Runde. Bis zum 3:3 verlief die Partie absolut ausgeglichen und beide zeigten ein gutes Spiel. Dann aber kam der für Tobi spielentscheidende Moment: Enrico Böttcher verschoss eine machbare Neun, die nachfolgend an der Bande liegen blieb. Als Tobi den nun seinerseits den erneut lochbaren Finalball versenken wollte, verließ ihn die absolute Fokussierung auf den Stoß. Vielmehr registrierte er, dass sein Gegner schon den Punkt für ihn (Tobias) zu notieren beabsichtigte – und Tobi verschoss den Ball. Also ein Geschenk für Enrico, denn der Ball lag danach direkt vor der Tasche.Danach war der Fluss absolut weg bei unserem Spieler, die Sicherheit verflog und die Bälle nahmen immer den Weg, der nun gar nicht gut ist, um ein Match erfolgreich zu gestalten. Was er auch versuchte, das Gefühl blieb, dass alles gegen ihn verwandt wurde. Das konnte Enrico, der erneut eine sehenswerte Partie spielt nur recht sein. Der Vogtländer gewann verdient.

Stefan Bialas – Hannes Hermsdorf 7:5 (10-Ball)
Leider gibt es hierzu keinen Spielbericht.

Fazit:
Eine großartige BTV-Truppe, krasse Taschen, nur drei Tische, schlechte Lichtverhältnisse, schlechte Bodenverhältnisse (kein Belag), selbst die Tischöhe. Und es muss auch erwähnt werden, dass die Mannschaft über eine Stunde auf die Gastgeber warten musste und erst eine halbe Stunde nach regulärem Spielbeginn die Spielstätte betreten konnte. Das finden wir nicht in Ordnung. Es soll keinesfalls den verdienten Erfolg des BTV schmälern, aber es relativiert schon ein wenig das sehr klare Ergebnis. Es kam also viel zusammen bei diesem Auswärtsspiel und von einer Überraschung war die Begegnung weit entfernt.
Ganz klar, die Vogtländer werden in der kommenden Saison auch in der Oberliga eine gute Rolle spielen. Der Maßstab der PSC-Zweiten liegt eine Spielklasse tiefer, ihr Ziel wird es sein, sich dauerhaft in der Verbandsliga zu etablieren. Gegen die Uhyster-Billarder – am nächsten Spieltag – kann von einer Außenseiterrolle nicht die Rede sein. Mal sehen wie unsere Jungs mit IHREM Heimvorteil umgehen können ;-). Dazu viel Erfolg!

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