PSC-Zweite nutzt in Zwickau ihre Siegchancen nicht

Die dritte Saisonniederlage in Folge gab es für die Zweite Mannschaft des 1.PSC Dresden in Zwickau. Und wie schon in Uhyst am vorherigen Spieltag, so war auch diese Niederlage einfach unnötig. Gegen eine natürlich ohne Zweifel stärkere Mannschaft als die Lausitzer es waren, ließen unsere Jungs in mehreren Partien unnötigerweise Punkte liegen. Das schmälert leider die insgesamt gute Leistung, welche die Mannschaft im Westsächsichen bot. Die Zwickauer mussten hart kämpfen, viele Duelle waren ganz eng, doch am Ende hatten sie den knappen Sieg für sich, und so geschah es:

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Frank Zahn – Peter Frey 54:80

Als Peter zu Beginn der Endphase dieser 14+1-Partie nah daran war, die Fassung zu verlieren, musste man vermuten, dass er einer Niederlage entgegensteuerte. Dem war aber bei Weitem nicht so und erfreulicherweise fand er schnell die Fassung wieder. Sonst hätte der Partiegewinn doch noch in Gefahr geraten können. Aber attraktives 14+1 sieht ganz, wirklich ganz anders aus. Sage und schreibe 59 Aufnahmen dauerte das nicht enden wollende Elend, jeden wohlgemeinten und durchaus gut ausgeführten Split quittierte der Pulk mit einer müden Bewegung. Die Bälle schienen wie zusammengeklebt. Und der Zwickauer war niemals gewillt – auch als er beträchtlich in Rückstand geraten war, irgendeinen Teil zur Spielentwicklung beizutragen. Das darf man ihm aber auch nachsehen, denn es war für ihn als gestandenen Bezirksligaspieler die Premiere in der Verbandsliga und sein Respekt vor unserem Spieler war offensichtlich. Sein Rückstand am Spielende war so für ihn durchaus akzeptabel. Peters Sieg war jedoch ebenso verdient für diesen wie er ihn ob des Hergangs frustierte.

Jens Schmidt – Toni Kreibich 66:80

 Kein Problem für Toni, so seine eigene Einschätzung vor Partiebeginn. Er schien nach seinem desaströsen Auftritt in Uhyst gefestigt. Der Zwickauer hatte bis dahin gerade mal ein Drittel seiner Spiele siegreich gestalten können. Doch der Blick auf die Statistik kann auch tückisch sein, unser Mann erfuhr sehr schnell, dass sein Gegner brandgefährlich ist. Gleich in der zweiten Aufnahme setzte Jens mit einer 18er Aufnahme ein deutliches Zeichen. Daran hatte Toni, der ein insgesamt solides, keinesfall aber überragendes Spiel zeigte, doch einige Zeit zu knabbern. Große Serien kamen nicht zustande, mehr als einmal führten kleine Ungenauigkeiten beim Lochspiel zum Klappern des Objektballs in der Tasche und somit zum Ende der Aufnahme. Doch nach und nach machte Toni den Rückstand wett. In zwei längeren Safety-Phasen sah er dann sehr gut aus. Jens Schmidt hatte bis dahin durch eine hervorragendes Lochspiel seine Schwächen im Positionsspiel kompensieren können. Nun aber verlor er etwas diese Sicherheit und Toni bekam mehr und mehr Oberwasser. Er punktete konstanter und gewann schließlich nach 33 Aufnahmen verdient die Partie.

Lars Triller – Tobias Jäkel 80:67

Gegen einen starken Lars Triller hielt unser Mannschaftskapitän gut dagegen, auch wenn die Vorteile beim Zwickauer waren. Wie auch bei bei den anderen Begegnungen war aber auch mit des Glückes Mächten auf diesen Tischen kein Bund zu flechten. Die Splits von Lars gerieten ein ums andere Mal sehr unglücklich, so dass die ganz hohen Serien ein Traum blieben und unser Tobi immer recht nah dran blieb am Zwickauer. Auch Tobias war in dieser kurzweiligen, offensiv Begegnung nicht immer vom Glück verfolgt. Insgesamt geht der Sieg für Lars Triller aber in Ordnung.

Karsten Knoll – Hannes Hermsdorf 7:1 (10-Ball)

Hoppla, das war aber eine klare Angelegenheit. Hannes war noch kalt, im wahrsten Sinne des Wortes und sein Gegner ließ ihm so keinen Stich, war haushoch überlegen. Hannes kämpfte zwar. Vergeblich aber suchte unser Jüngster im Team sein Loch- und Stellungsspiel. Tja und Karsten lochte wie er wollte, stellte dabei vorzüglich und gewann mit beeindruckender Leistung auch in dieser Höhe verdient.

Die Zweite am 6.Saisonspieltag in Zwickau beim WBV

So trat die PSC-Zweite in Zwickau an (v.l.n.r.): Toni, Hannes, Tobias, Peter
(sorry für die Bildqualität, die nette Bedienung war doch sehr aufgeregt 😉 )

Frank Zahn – Tobias Jäkel 6:5

 Kurz und knapp: Frank Zahn hat in diesem Achtball-Match unseren Käptn einfach überrannt. Tobias ahnte die Gefahr zu spät und schaffte es danach nicht mehr, mit taktischem Geschick, Frank den Zahn zu ziehen, ihm den Spielrhythmus zu nehmen. Da konnte man zwar wohlwollend das methodische, technisch feine Spiel von Tobias bewundern. Wenn er aber aus dem Spiel raus musste, meistens ohne zwingende Sicherheit für den Gegner, dann drehte der Zwickauer auf, was das Zeug hielt. Das war nach seiner mehr als mäßigen 14+1-Leistung eigentlich nicht zu erwarten. Er lochte in atemberaubender Geschwindigkeit einen Ball nach dem Anderen. Auch wenn man oft am Zweifeln war, ob er sich Gedanken über seine Stellung machte – er stellte mit großer Selbstverständlichkeit auf den nächsten Ball. Einziges Manko des Westsachsen: Beim finalen Lochversuch auf die Acht, versagten ihm mehrfach die Nerven. Nur dadurch bekam Tobi noch eine Chance auf den Sieg. Aber dort hatte Frank Zahn das bessere Ende für sich, gewann mit einer starken Acht letztlich verdient diese Partie.

Karsten Knoll – Hannes Hermsdorf 6:4

 Karsten Knoll die Zweite für unseren Hannes, bei dem es nun wesentlich besser lief. Auch wenn er aufgrund seiner kalten Hände weiterhin Probleme hatte, die Weiße durchgängig gut zu positionieren, steigerte er sich gegen diesen starken Gegner beträchtlich. Beide hatten sehenswerte spielerische Phasen, doch mit fortschreitender Spieldauer übernahm das taktische Geschehen die Oberhand und immer mehr wurden die Spiele eng. Das war dann auch auffallend eine psychologische Auseinandersetzung, bei der insgesamt der Zwickauer die besseren Karten hatte. Ein, zwei Frame-entscheidende Fehler nach zuvor ganz stark gespielten Bällen mündeten schließlich in eine weitere Niederlage für unseren Hannes. Bischen schade, mindestens den Entscheidungs-Frame hatte er ganz klar vor dem Queue.

Jens Schmidt – Peter Frey 6:5

 Peter zeigte über weite Strecken ein wirklich gutes Achtball gegen einen gleichfalls bestens aufgestellten Jens Schmidt, der insbesondere im Lochspiel ganz stark aussah. In den ersten beiden Spieldritteln lagen die Vorteile bei unserem Aktiven, weil er sich die Frames gut einteilte und ebenso gut lochte, einen Frame spielte er vom Anstoß sogar komplett runter. Aber Jens blieb wirklich unerbittlich, spielte hochkonzentriert und taktisch sehr geschickt. Und das wirkte bei Peter unverkennbar, der agierte zunehmend verkrampft – sein Stoß wirkte nicht mehr so weich und vor allem verlor er die Fähigkeit für die richtigen taktischen Entscheidungen. Das führte dazu, dass er erst einen Match-Ball vergab und dann mit einer falschen taktischen Entscheidung im Decider eine äußerst unbequeme Schlussstellung für seinen Kontrahenten im Wohlgefallen auflöste. Das Ergebnis: Nach zwischenzeitlicher 5:3-Führung gab es eine schmerzhafte Niederlage über die sich Peter noch tagelang ärgerte. Den Punkt hätte die Mannschaft ganz dringend gebraucht.

Lars Triller – Toni Kreibich 4:7 (10-Ball)

Solide Hausmannskost genügte Toni, um einen erneuten Sieg einzufahren. Wieder spielte er nicht überragend, aber ausreichend gut, um gegen einen Lars Triller, der auch nicht auf seinem Maximallevel agierte, zu bestehen. Zwei, drei mal ließ der Spieler der Gastgeber die Zehn stehen. Ohne diese Fehler hätte es eng werden können für Toni. Tat es aber nicht, auch weil unser Akteur ein starkes Sicherheitsspiel offerierte, was seinen Gegner gleich im ersten Frame in drei Foulls am Stück trieb. So wurde es ein recht sicherer Partiegewinn für Toni.

Die Spielstätte des WBV Zwickau. Ein nettes Lokal mit anspruchsvollen Tischen.

Die Spielstätte des WBV Zwickau. Ein nettes Lokal mit anspruchsvollen Tischen.

 Jens Schmidt – Toni Kreibich 8:6

 In der Neunball-Runde setzte es dann doch noch eine Niederlage für Toni. Selbstkritisch sieht er, dass er dieses Spiel eigentlich hätte holen müssen. Aber Jens Schmidt bestätigte seine guten Leistungen aus den Vorpartien, lochte erneut stark. Toni seinerseits gelang es nicht, ausreichend Druck aufzubauen. Dafür war sein Sicherheitsspiel nicht mehr zwingend genug. Mehr als blöd ist es dann natürlich, wenn auch noch die Neun in der Tasche klappert, das passierte unserem Spieler gleich zweimal. Und das war – wie so oft beim Neunball – wiedermal der Unterschied. Schade, denn spielerisch setzte Toni die größeren Akzente. Ein weiterer unnötiger Partieverlust für unsere Mannschaft.

 Lars Triller – Hannes Hermsdorf 7:8

 Obwohl Hannes Hermsdorf mächtig geplättet von seinen beiden Vorpartien war, straffte er sich und zeigte nun in seiner Lieblingsdisziplin seine beste Tagesleistung. Gegen einen gut spielenden Lars Triller suchte Hannes aggressiv und zunehmend loch- wie stellungssicher jede Chance, um die Frames für sich zu entscheiden. Da aber Lars kaum eine Antwort schuldig blieb, ergab sich zum dritten Mal an diesem Spieltag, dass eine Partie in den Decider ging. In diesem hatte Hannes das Glück des Tüchtigen und holte so knapp den Sieg in einer offensiv geprägten Auseinandersetzung.

 Karsten Knoll – Tobias Jäkel 8:2

 Tobias war bei Beginn der Partie noch immer schwer gezeichnet von der unerwarteten Achtballniederlage gegen Frank Zahn. Seine ganze Selbstsicherheit war dahin – und leider auch sein Kampfeswillen. Er schaffte es nicht, um die Frames zu ringen, seine ganze Körpersprache war beredter Ausdruck der angeschlagenen psychischen Verfassung. Und das verstärkte sich mit jedem misslungenen Stoß, sodass ein sichtlich geschaffter und nicht gerade in Bestform agierender Karsten Knoll ohne Druck die Partie runterspulen konnte. Zwei Frames bekam Tobi eher geschenkt, ansonsten hatte er niemals die Chance auf den Partiegewinn. Der Auftritt unseres Käptns in dieser Partie war leider enttäuschend.

 Frank Zahn – Peter Frey 2:7 (10-Ball)

 Erstmal wurde Peters Wille, Stoßsicherheit und mentale Stärke wieder zu erlangen belohnt. Nicht in der Achtball-Begegnung, die er verlor, aber hier in dieser Partie. Das Ergebnis täuscht außerdem darüber hinweg, dass der Zwickauer ein gefährlicher, keinesfalls zu unterschätzender Gegner war., das hatte Tobias in der Vorpartie ja gerade erfahren müssen. Frank Zahn beeindruckte also erneut durch eine geradezu selbstverständliche Lochsicherheit und konnte auch sehr gut den Spielball dirigieren. Dabei hetzte er um den Tisch, dass Einem schon beim Zusehen der Schweiß auf die Stirn trat. Doch nach drei, vier, fünf Bällen gabs den Fehler und Fehler sah man von Peter in dieser Partie praktisch keine. Wieder im Besitz seines weichen technisch sauberen Stoßes nutzte er unbarmherzig jede Chance zum Frame-Gewinn – zwischenzeitlich immer mal wieder starke Sicherheiten einstreuend. Das und der sehr originäre Spielrhythmus des Zwickauers ließen diesen später zusätzlich noch Big Points liegen lassen, sodass Peter auch zwei Frames praktisch geschenkt bekam. So war der Partiegewinn für unseren favorisierten Akteur sehr schnell im Kasten.

 Fazit:

 Man könnte ja sagen, dass das Normale passiert ist. Beim Tabellenzweiten wurde nach guter Leistung knapp verloren. Wir sollten uns aber nichts vormachen, denn beim vorhandenen spielerischen Potenzial der Mannschaft und den Siegchancen die sie in mehrern Partien vergab, ist das Ergebnis eine erneute Enttäuschung. Allesamt ließen unsere Aktiven einen Punkt liegen. Interessanterweise drei davon in Achtballpartien, es wäre ohne weiteres ein 8:4-Sieg möglich gewesen!. Die Gründe waren sicher unterschiedlich aber es war auffällig, dass die Punktverluste immer auch mentale, psychologische Ursachen hatten. Das ist ein Thema, welches auch im Training eine größere Würdigung verdient.

Die Truppe ist nach wie vor im grünen Bereich, das ist das Wichtigste. Es geht um den Klassenerhalt, bei allem Potenzial das in der Mannschaft steckt. Und der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt nach wie vor sieben Punkte. Also Jungs: Nicht verzagen, weitermachen und auch beim nächsten Ligaspiel den Sieg anstreben, das Zeug dafür habt Ihr allemal!

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